Atem

Es ist und bleibt ein Glück, vielleicht das höchste, frei atmen zu können. (Theodor Fontane)

Atem funktioniert ganz automatisch. Wir denken in der Regel nicht darüber nach, ob wir nun ein- oder ausatmen sollten. Wir atmen im Schlaf, selbst wenn wir ohnmächtig werden, atmen wir. Wir atmen im Alltag, ohne willentliches Zutun, also unwillkürlich.

Wir können aber durchaus unsere Atmung willentlich beeinflussen. Etwa, indem wir tiefer atmen, oder flacher und kürzer, oder tiefer und schneller. Wir können durch den Mund oder durch die Nase atmen, in den Brustkorb oder bis in den Bauchnabel atmen. Und wir können die Luft anhalten.

 

Wie wichtig Atem ist, merken wir erst dann, wenn er uns "wegbleibt".

 

Das geschieht oft in Situationen, die uns überwältigen, im positiven wie im negativen Sinn.

Mein Aha-Erlebnis mit meinem Atem hatte ich mit Anfang 20, als ich an einem heißen Sommertag in einem Bus saß und merkte:

 

Ich bekomme einen Asthmaanfall. Und ich habe mein Notfall-Spray nicht bei mir.

 

Ich spürte, dass ich immer weniger einatmen konnte und wie kurzatmig ich wurde. Mein Atem ging gefühlt nur noch bis zum Hals und versiegte dort. Diese Beobachtung steigerte meine Unruhe zur Panik, als ich, zunächst ohne dass ich es bewusst steuerte, anfing, tief und regelmäßig in meinen Bauch zu atmen und die Ausatmung noch zu verstärken, indem ich meinen Nabel fester einzog. Eine Form der Atmung, die ich bei meinen Yogastunden oft geübt habe, weil ich feststellte, dass sie mir half, leichter und freier zu atmen. Nach einigen Minuten wurde ich ruhiger, mein Atem wurde tiefer. Bis zu meiner Haltestelle (nach etwa 15 Minuten), atmete ich fast wieder ruhig und regelmäßig. Auch mein Angstgefühl hatte sich gelegt, in meinem Kopf rauschte es nicht mehr.

Dieses Erlebnis kam mir zunächst wie ein Wunder vor, von dem ich begeistert, fast selbst noch ungläubig, jedem erzählte.

Seitdem hat Pranayama (Atemführung im Yoga) für mich eine ganz besondere Bedeutung. Der Fokus darauf gehört für mich zu jeder meiner Yogastunden dazu.

Darüber hinaus biete ich in unregelmäßigen Abständen Workshops zum Thema Atem an. Hier nähern wir uns dem Atem aus verschiedenen Richtungen, angefangen mit grundlegenden Fragen wie: Gibt es den korrekten Atem überhaupt? Wie kann ich mit Atem bestimmte Gemütszustände erreichen? Wie verbinde ich Yoga und Atem? Welche Möglichkeiten des Atmens gibt es und wann und wofür sind sie gut?

 

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