Innere Stärke und Kraft erleben

PTBS und Komplex PTBS : verstehen, erkennen, verändern

 Vielleicht sind alle Drachen unseres Lebens Prinzessinnen, die nur darauf warten, uns einmal schön und mutig zu sehen.

Vielleicht ist alles Schreckliche im Grunde das Hilflose, das von uns Hilfe will. (R.M.Rilke)

Psychotherapie
Meilensteine in der Traumatherapie

Kraftquellen erkennen, stärken, stabilisieren. Dann weitergehen.

Die Vorgehensweise während unserer Zusammenarbeit erfolgt in bestimmten Phasen. Diese Phasen verlaufen nicht unbedingt linear.

Dabei richtet sich die Dauer einer Phase immer nach Ihrem Tempo und Ihren Bedürfnissen. Das Vorankommen während unserer Zusammenarbeit läßt sich daher nicht als strammer Marsch auf einem geraden Weg beschreiben. Es ähnelt vielmehr einer tänzerischen Bewegung auf verwinkeltem Weg nach Vorne, bei dem wir auch mal einige Schritte zurückgehen und innehalten und beobachten, wo Sie gerade stehen. So können Sie besser vorbereitet auf die nächste Kurve, umso schneller und (Selbst-)bewusster voranschreiten.

 

Verstehen, was geschieht.

Wahrnehmen, wenn es geschieht.

Erkennen, was zu tun wäre.

Lernen, ausprobieren und verändern.

 

Grafik Frau hört Musik
Kraftquellen stärke, stabilisieren. Sich sicher fühlen.

Phase 1

Zunächst einmal besprechen wir Ihre Therapieziele, was möchten Sie, dass während unserer Zusammenarbeit geschieht?

In dieser ersten Phase geht es vor Allem um Stabilisierung, die Wiederherstellung der inneren und äußeren Sicherheit. Da es die Grundlage für alle weiteren Vorgehensweisen bildet, nimmt diese erste Phase erfahrungsgemäß die längste Zeit in Anspruch.

Wir erforschen und konzentrieren uns auf Ihre Stärken, auf das, was Sie besonders gut können.

Der Fokus in dieser ersten Phase liegt auf der Stabilisierung, der Stärkung Ihrer Resilienz:

Sie erlernen Stabilisierungs- und Re-OrientierungtechnikenWir konzentrieren uns darauf, Ihre Ressourcen, also Ihre inneren und äußeren Kraftquellen zu stärken. Alles, was Ihnen hilft und Sie unterstützt kann eine Kraftquelle / Ressource sein: Menschen, Natur, Bücher aber auch Ihr Humor oder Ihre Fantasie, singen, tanzen. Alles was Ihnen Freude bereitet, Sie gut fühlen läßt oder Sie positiv unterstützt. Ihr Vertrauen in Ihre Kraftquellen soll Ihnen Mut geben, Dinge anzugehen und zu verändern. Sie entdecken vielleicht sogar ganz neue Stärken. Ihre Ressourcen sollen Ihnen auf Dauer als Gegengewicht dienen, zu dem Schweren, Unangenehmen, das Ihnen im Laufe unserer Zusammenarbeit begegnen könnte.

 

Trauma verstehen und auflösen.
Zusammenhänge verstehen. Innerlich wachsen.

Ich erkläre Ihnen die Zusammenhänge von Trauma bzw. traumatischem Erleben und Körpersymptomen (Psychoedukation). Dinge zu verstehen erlaubt auch mehr Wahrnehmung, Kontrolle und Lenkung. Ich unterstütze Sie dabei, Ihre Selbstwahrnehmung zu stärken. Sie üben, sich aus anderen Perspektiven zu beobachten, um so mehr Verständnis für sich und Ihre Situation zu entwickeln.

 

Die Wiederherstellung Ihrer inneren Stärke und Ihrer inneren Stabilität ist die unbedingte Voraussetzung, um überhaupt das Belastende anschauen zu können, falls es nötig wird.

Das bedeutet, dass wir bei Bedarf immer wieder pendeln werden zwischen Stabilisierung, Konzentration auf Ihre inneren Kraftquellen und dem Anschauen des traumatischen Materials.

Emotionen wahrnehmen
Erkennen: Ah ja, damals war es so. Aber heute ist es anders.

Phase 2

Erst danach gehen wir weiter in die zweite Phase. Dies geschieht immer in Ihrem Tempo, nur so viel und so schnell, wie Sie können und möchten. Dabei geht es gar nicht so sehr darum, das traumatisch Erlebte immer wieder durchzuarbeiten.

Das Trauma liegt nicht im Ereignis von damals. Es ist in unserem Nervensystem gespeichert.

Unser Körper speichert sie als implizite Erinnerungen: Gefühle, die wir während eines bestimmten Ereignisses gefühlt oder erlernt haben (emotionale oder prozedurale Erinnerung).

 

Die Auswirkungen des traumatischen Ereignisses von damals auf das Nervensystem und daraus resultierend auf den Alltag machen es fast unmöglich diesen Alltag zu bewältigen geschweige denn, das Leben zu führen, das wir möchten.

 

In dieser Phase geht es darum, den Fokus mehr auf Körpersignale zu richten. Wahrzunehmen, welche Gedanken, Gefühle und Bilder welche Körpersignale auslösen. Und wie Sie, ohne von diesen Signalen überwältigt zu werden, auf sie reagieren können.

In dieser Phase kann es sinnvoll sein, zwischendurch in die erste Phase der Stabilisierung und Reorientierung zurückzukehren, und dann wieder innerlich gestärkt weitergehen.

Trauma heilen.
Den Schmerz würdigen. Selbstmitgefühl üben. Das Alte verabschieden. Das Neue begrüßen.

Phase 3

Wenn dies geschieht gehen wir über in die dritte Phase. Sie bekommen soviel Raum und Zeit, wie Sie benötigen, um Dinge zu erkennen, zu betrauern und zu verabschieden. Sie dürfen um die Dinge Trauern, die Ihnen mit Trauma oder durch das Trauma entgangen sind oder nicht möglich waren. Sie bekommen den Raum, den Schmerz dafür wahrzunehmen, darum zu trauern.

 

Hier haben Sie nun auch die Möglichkeit nach vorne, in die Zukunft zu schauen.

Wir besprechen, welche Herausforderungen möglicherweise auf Sie warten und wie Sie sie mit Ihren neu erworbenen Fähigkeiten gegenübertreten und meistern können. In dieser Phase können Ängste und Zweifel auftauchen, ob Sie Ihre Wünsche und Ziele erreichen können oder ob Ihnen (wieder einmal) alles vor die Füße fallen könnte. Möglicherweise befürchten Sie, dass Sie  verlassen werden oder Sie sie Menschen vor den Kopf stoßen werden, wenn Sie sich in Zukunft anders verhalten.

VERTRAUEN. VERÄNDERN. ENTFALTEN.

Sie dürfen mit viel Selbstmitgefühl und Verständnis auf sich Selbst schauen und sehen, was Sie bisher erreicht haben und den Blick weiten und sehen, was auf Sie wartet und was Sie in Zukunft erreichen möchten. Sie dürfen mit Zuversicht und Vertrauen in sich und Ihre (neu erworbenen oder wieder entdeckten) Fähigkeiten auf Ihre Ziele losgehen.



Poller Tau
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Logo Center for Trauma and Embodiment at JRI
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Mädchen Sprung Meer
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