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Mehr Neugier als Angst

Etwas Neues lernen und damit raus gehen und sichtbar werden. Das ist eine meiner größten Ängste. Das war nicht immer so. Es hat sich im Laufe der Zeit langsam eingeschlichen. Wie ein Riss in einer Hauswand. Zunächst ganz dünn und klein, es hätte auch eine einzelne herabhängende Spinnwebe sein können. Dann aber immer dicker und länger werdend. Bis zu dem Augenblick, in dem klar ist: Es ist keine Spinnwebe. Es ist ein Riss, eine Verletzung. Jedes Jahr einige Millimeter mehr. Die Aufregung vor der Sichtbarkeit entwickelte sich schleichend zur Angst, wurde immer größer. Es folgten Bauchweh und Übelkeit, feuchte Hände, Kopfweh, Schwindel. Ich dachte, das richtige Mittel ist, mich noch mehr reinhängen und noch mehr leisten, denn ich wollte eben doch auch gesehen werden, und Wertschätzung bekommen für mich und meine Arbeit. Es steigerte sich immer weiter. Bis ich nicht mehr konnte. Bis ich nur noch dachte: Ich kann nichts. Und wenn, kann ich es nicht richtig, nicht gut oder gar gut genug, und ich habe auch nichts zu geben oder zu bieten, daß Irgendjemanden interessieren könnte.

Ein Sog, der mich immer tiefer zog, und aus dem ich zunächst nicht mehr herausfand. Eines Tages stand ich vor einer Situation, die mir so viel Angst einjagte und mich so erschütterte, daß ich, damit ich nicht endgültig untergehe, eine Entscheidung treffen mußte, die sich so anfühlte, als würde ich in einen Abgrund springen und wüßte gleichzeitig, dass mich dort nur ewige Qualen erwarteten.

 

Erstaunlicherweise führte genau dieser Sprung zu nahezu magischen Ereignissen!

 

Heute weiß ich: "Wenn es dich erschreckt, könnte es eine gute Sache sein, es auszuprobieren."

(Danke Mel Robbins)

 

Nicht, daß es jetzt den Anschein hat, daß ich heute täglich glücklich aus dem Bett springe und auf dem Regenbogen tanze, sorglos und voller Glück.

Aber andererseits...

Bis Bald.

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